Zusammenfassung

Die Genomeditierung mit CRISPR/Cas ist ein dynamisches Gebiet der Biotechnologie, das sich in verschiedenen Bereichen wie der Landwirtschaft und der Humanmedizin entwickelt und etabliert. Die rasante Entwicklung der Technologie wird begleitet von gesellschaftlichen Debatten über ihre verschiedenen Anwendungen. Dieser Beitrag widmet sich der Einordnung der Chancen und Risiken der CRISPR/Cas9-Technologie aus interdisziplinärer Perspektive. Anlass und Inspiration für den Artikel war ein Workshop mit dem Titel «Technology and Ethics of CRISPR», der in Zusammenarbeit des Universitären Forschungsschwerpunkts Human Reproduction Reloaded (H2R) der Universität Zürich und des Zentrums für Life Sciences Recht (ZLSR) der Universität Basel organisiert und im Frühjahr 2024 mit Referaten von renommierten Expert:innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen durchgeführt wurde.

Der Beitrag skizziert den aktuellen Stand der Forschung zu CRISPR in Form eines Überblicks über natur- und sozialwissenschaftliche, juristische, patentrechtliche und ethische Aspekte, die für die interdisziplinäre Aushandlung der Technologie wesentlich erscheinen. Der Überblick über die Anwendung von CRISPR in der Medizin beleuchtet die erste zugelassene CRISPR-basierte Gentherapie für Sichelzellanämie und thematisiert die Herausforderungen des Zugangs und der Regulierung, mit denen medizinische Errungenschaften wie diese konfrontiert sind. Die somatische Anwendung der Geneditierung wird der Anwendung in der menschlichen Keimbahn gegenübergestellt. Für letztere werden die technologischen Unsicherheiten und die offenen ethischen und gesellschaftspolitischen Fragen dargestellt.

Die Schlüsselergebnisse der Vorträge sind eingebettet in eine Darstellung und Analyse des durch Public-Private-Partnerships geprägten CRISPR-Ökosystems und der komplexen patentrechtlichen Situation.

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